Hammerzehen

 

Ursachen von Hammerzehen

Eine Fehlbildung der Zehen, bei der sich das Mittelglied nach oben und das Endglied hammerartig nach unten wölbt, nennt man Hammerzehe.

Ursache ist in erster Linie eine chronische Über- und Fehlbelastung des Vorfußes, durch Fußfehlstellungen, zu enges Schuhwerk und zu hohe Absätze. Dies mag der Grund dafür sein, dass weit überwiegend Frauen betroffen sind. High-Heels machen einen weiblichen Gang und lassen Frauenbeine länger wirken. Wer aber häufig in hohen oder zu engen Schuhen läuft, muss nicht nur mit höllischen Schmerzen, sondern auch Fehlstellungen in Form von gekrümmten und steifen Zehen rechnen. Die Rede ist dann neben dem Hallux valgus oft von Hammerzehen.

Hammerzehen treten gehäuft bei der zweiten und dritten Zehe auf. Beschwerden treten normalerweise erst dann auf, wenn sich an der Oberseite der Zehe ein Hühnerauge entwickelt. Die Beschwerden werden durch den Druck der Fußbekleidung verursacht. Zusätzlich wird häufig eine Schwiele unter dem Mittelfußköpfchen gefunden. Am Anfang ist die Hammerzehe in der Regel flexibel, später häufig eingesteift, kontrakt. Sehr oft treten Hammerzehen und Krallenzehen zusammen mit einem Hallux valgus oder einem Spreizfuß auf. Beim Hammerzeh und beim Krallenzeh reichen die Beschwerden von rein kosmetischen Gesichtspunkten bis hin zu Beschwerden, die im Alltag stark einschränken können, weil jeder Schritt Schmerzen bereitet. Ein erfahrener Arzt erkennt einen Hammerzeh meistens schon, wenn er sich den Fuß anschaut (Blickdiagnose). Er prüft, ob die Zehengelenke noch beweglich sind. Dadurch kann er unterscheiden, ob es sich um eine steife (kontrakte) oder noch eine bewegliche (flexible) Form von Hammerzeh handelt.

 

 

Behandlung von Hammerzehen

Nicht jeder Hammerzeh bereitet Schmerzen. Schmerzen treten in der Regel erst auf, wenn der Hammerzeh im Schuh reibt und sich dadurch Hühneraugen oder Schwielen bilden. Hammerzehen sollten so früh wie möglich behandelt werden, damit die Fehlstellung sich nicht verschlimmert. Je ausgeprägter die Verformung der Hammerzehe wird, umso schwieriger wird es passende Schuhe zu finden. Wenn Hammerzehen starke Schmerzen verursachen, ist es für eine konservative Behandlung meist schon zu spät. Dann kommt nur noch eine Operation in Frage, bei der die Zehengelenke, Bänder und Sehnen korrigiert werden. In den letzten Jahren wird von vielen Operasteuren die minimal-invasive Korrektur der Hammerzehen mit gutem Erfolg eingesetzt. Bei diesen minimal-invasiven Hammerzehenkorrekturen werden die Gelenke nicht entfernt – man nimmt lediglich eine Lösung der Gelenke durch kleine 2 mm messende Hautschnitte vor. Die kurzen und die langen Beugesehnen und die Strecksehnen der Zehen werden durchtrennt und wachsen dann in Verlängerung wieder zusammen.

  • Zu enges Schuhwerk muss ausgetauscht werden. Mit Fußgymnastik und Fußtraining muss die Fußmuskulatur gestärkt und das Fußgewölbe gestützt werden.
  • Tragen Sie ausreichend weite, bequeme und gut passende Schuhe, aus weichem Material mit guter Fußbettung.
  • Oft ist eine optimierte Einlagenversorgung hilfreich.

Als Hilfsmittel stehen eine Vielzahl von Produkten wie Zehenkappen, Zehenschlauch, Entlastungspolster und Korrekturbandagen zur Verfügung.

Wenn durch Ausschöpfen aller konservativen Behandlungsmöglichkeiten eine dauerhafte Korrektur nicht erreicht werden kann, ist eine Operation angezeigt. Dabei wird über einen kleinen Schnitt das Köpfchen des Mittelgliedes entfernt und durch Verlagerung von Sehnen und Kapselgewebe die Zehe begradigt.

Dieser Eingriff kann in der Regel ambulant und auf Wunsch auch in örtlicher Betäubung vorgenommen werden. Eine länger andauernde Entlastung des Fußes ist nicht erforderlich. Es handelt sich um einen kleinen komplikationsarmen Eingriff.

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