Eingewachsener Nagel

 

Ein eingewachsener Nagel (Unguis incarnatus) entsteht häufig durch Druckstellen in zu engen Schuhen und kleine Verletzungen bei der Nagelpflege.

Der eingewachsene Nagel zählt zu den häufigsten Fußproblemen überhaupt. Er ist sehr schmerzhaft und bedarf sofortiger und konsequenter Behandlung, um Folgeschäden zu vermeiden.

Ursachen

Erhöhter Druck in zu engen Schuhen, oder falsches Schneiden der Nägel kann dazu führen, dass ein Nagel in den seitlichen Nagelfalz einwächst. Wird ein Nagel oval anstatt gerade oder aber zu kurz geschnitten, dann schiebt sich der Nagelrand unter dem Druck des Schuhes seitlich in das Nagelbett. Dadurch wird das Gewebe gereizt und eine Entzündung ausgelöst.

Es kann sich so genanntes Granulationsgewebe, auch „ wildes Fleisch“ genannt, bilden. Es wächst über den Nagel hinweg, wodurch dieser noch tiefer in das Nagelbett einwachsen kann.

Wenn der Nagel per se in seiner Längsrichtung stark gekrümmt ist, kann es immer wieder zum Einwachsen kommen.

Bei Diabetikern oder Menschen mit gestörtem Schmerzempfinden tritt die Erkrankung besonders häufig auf, weil sie die Schmerzen nicht frühzeitig spüren und deshalb nicht rechtzeitig behandeln lassen.

Eine besondere Gefahr besteht darin, dass durch kleinste Hautverletzungen, die ein eingewachsener Nagel verursacht, Bakterien eindringen und schwere Infektionen auslösen. In besonders schweren Fällen kann dadurch eine Amputation von Zehen, Fuß oder gar Bein erforderlich werden.

Vorbeugung

Tragen Sie bequeme, ausreichend weite Schuhe. Sorgen Sie für richtige, gegebenenfalls professionelle Nagelpflege. Die Zehennägel müssen mindestens einmal im Monat gerade und nicht zu kurz geschnitten werden.

Vorsicht!!

Wenn im Bereich eines Nagels Schmerzen auftreten und die Haut oder das umgebende Gewebe gerötet sind oder gar Eiter auftritt, müssen sie unverzüglich einen Arzt aufsuchen.

Therapie

„wildes Fleisch“ kann mit einem Ätzstift, auch „Höllenstein“ genannt behandelt werden. Der Stift enthält Silbernitrat, das ätzend und bakterienabtötend (bakterizid) wirkt. Begrenzt unter der Haut liegender Eiter wird entfernt. Die Behandlung wird durch lokale Anwendung von antibiotischen und/oder pilztötenden Salben ergänzt.

Bei ausgedehnteren Befunden kann es erforderlich sein, das "wilde Fleisch" oder sogar einen Teil des Nagels samt dem Nagelbett operativ zu entfernen. Der Nagel wächst verschmälert nach und die Gefahr, dass er erneut einwächst, ist geringer.

Nach dem Eingriff, der in örtlicher Betäubung vorgenommen wird, wird ein steriler Verband, mit einer desinfizierenden Salbe aufgelegt.

Die Wundheilung dauert zehn bis zwölf Tage. Eine Sportpause von drei bis vier Wochen sollte eingehalten werden.

Durch Podologen werden Nagelspangen eingesetzt, die das Wachstum des Nagels korrigieren. In vielen Fällen ist das bereits die ausreichende Behandlung.

Die Prognose ist günstig, neuerliches einwachsen des Nagels sehr selten.