Fersensporn und Fersenschmerz

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Ursachen und schnelle Hilfe

Als Fersensporn bezeichnet man eine dornförmige knöcherne Ausziehung an der Unterseite des Fersenbeines. Der Begriff "Fersensporn" wird häufig als Synonym für Fersenschmerzen unterschiedlichster Ursache verwendet.


Fersensporn im Röntgenbild                        Untersuchung bei Fersensporn und Fersenschmerzen
                                     

Video mit Übungsanleitung zur Behandlung von Fersensporn und Fersenschmerzen am Seitenende

Der Fersensporn ensteht durch andauernde Überbeanspruchung der Plantaraponeurose, dem flächigen Sehnenansatz der Fußmuskulatur am Fersenbein. Es kommt zu Mikroverletzungen, die der Körper durch Anlagerung von Knochenmaterial zu reparieren versucht.
Bei 10% der Bevölkerung findet sich ein Fersensporn. Meist verursacht er keine Schmerzen in der Ferse. Die Bedeutung des Fersensporns an sich, in Zusammenhang mit Fersenschmerz wird stark überschätzt.
Nicht der Fersensporn selbst ist die Ursache der Schmerzen, sondern die Entzündungsreaktion durch die Mikroverletzungen an den Ansatzstellen der Muskeln und Sehnen (Fasciitis plantaris).

Zwei Hauptlokalisationen sind zu unterscheiden:

Der "untere (plantare) Fersensporn" ist wesentlich häufiger. Er liegt zentral an der Unterseite des Fersenbeines, im Ansatzbereich der kleinen Fußmuskeln.
Der weniger häufige "hintere (dorsale) Fersensporn", liegt an der Rückseite des Fersenbeines, am Ansatz der Achillessehne.

Symptome:

  • stechender Schmerz in der Ferse beim Auftreten, innen bis mittig im Sohlenbereich der Ferse
  • dumpfer, eher diffuser Schmerz in Ferse, auch in Ruhe
  • typischer Anlaufschmerz, morgens nach dem Aufstehen, nach längerem Liegen und Sitzen
  • starker Druckschmerz an den Sehnenansätzen.

Ursachen:

Es gibt eine Vielzahl von Ursachen für Fersenschmerzen. Meistens sind biomechanische Veränderungen ursächlich. Sie bringen zu viel Belastung auf das Fersenbein und die damit verbundenen Gewebe.
Das Fersenbein ist der größte der 26 Knochen des menschlichen Fußes. Darüber hinaus hat der Fuß 33 Gelenke und ein Netzwerk von über 100 Sehnen, Muskeln und Bändern. 

Schmerz ist immer ein Alarmzeichen. Ein Hilferuf des Körpers, der ernstgenommen werden muß, um gravierende Folgeschäden zu vermeiden.

Häufigste Ursachen für Schmerzen in der Ferse:
  • Übergewicht  (Body-Mass-Index >25) ist ein "gewichtiger" Faktor
  • Fehlstellungen wie: Senkfuß, Knick-Senkfuß, Senk-Spreizfuß
  • Überlastung durch exzessive Belastung in Beruf und Sport
  • Fehlbelastung und Überlastung durch ungeeignetes Schuhwerk
  • Rheumatische Erkrankungen
 Behandlungsmöglichkeiten:
  • Schonung sollte die erste Masnahme sein. Vermeiden Sie vorübergehend möglichst alle schmerzauslösenden Aktivitäten.
  • Einlagen die das Längsgewölbe des Fußes stützen und durch Aussparung oder Polsterung die schmerzempfindliche Stelle der Ferse entlasten. Fehlstellungen des Fußes (Senk-Spreizfuß, Knick-Senkfuß etc.) müssen durch die Einlage korrigiert werden. Ausführliche Informationen über Einlegesohlenen und Sporteinlagen finden Sie hier.


  • Silikon-Fersenpolster, möglichst mit einer zentralen Aussparung oder extra Weichpolsterung, schützen vor Stoßbelastungen und Vibrationen. Gerade als "Erste-Hilfe" oder in Schuhen, die für eine komplette Einlage zu eng sind, können sie exzellente Dienste erweisen.


Silicon-Fersenpolster bei Fersensporn und Fersenschmerzen
 

  • Dehnungsübungen für Waden- und Fußmuskulatur sind unverzichtbare, elementare Grundlage jeder Behandlung von Schmerzen in der Ferse. Ein Video mit Anleitungen für Dehnungsübungen zur Behandlung von Fersensporn und Fersenschmerzen finden Sie am Ende dieser Seite. Eine ausführliche Beschreibung finden Sie in unserem Gratis-E-Book: Fersensporn und Fersenschmerzen. Einfach in Liste eintragen und downloaden.

Fersensporn Fersenschmerz Dehnung                   Fersensporn und Fersenschmerzen Dehnung                   Dehnung bei Fersensporn und Fersenschmerzen


  • Als optimales Hilfsmittel für Dehnungsübungen bei Fersensporn und  Fersenschmerzen hat sich ProStretch erwiesen. Damit lassen sich die Wadenmuskulatur, die Achillessehne und die Muskulatur der Fußsohle intensiv dehnen. Weniger Verspannung bedeutet in diesem Bereich auch weniger Schmerzen in der Ferse und im Bereich der Achillessehne. (Produktinfo mit Video)

ProStretch bei Fersensporn und Fersenschmerzen                     ProStretch Muskelgruppen Fersensporn

  • Kryotherapie (lokale Kältetherapie) mindert den Schmerz in der Ferse, wirkt entzündungshemmend und abschwellend. Die Anwendung soll immer nur über 5 bis maximal 10 Minuten erfolgen (nur kühlen, keine Erfrierung setzen). Mehrmals über den Tag verteilt. Besonders nach Dehnungsübungen.

          moderne, nebenwirkungsfreie Behandlung von Schmerzen in der Ferse

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Zur Kälteanwendung bieten sich unterschiedliche Behandlungsformen an:

  • Auflegen von Kältekissen
  • Eis-Lolly: Joghurtbecher mit Holzspatel oder Plastiklöffel in das Gefrierfach stellen. Mit dem so gewonnene Eis-Lolly die schmerzhafte Region abreiben.
  • Plastikflasche: Mit Wasser füllen und einfrieren. Die Flasche in eine Wanne oder auf eine Folie legen und mit der Ferse darauf rollen.

Weitergehende Behandlung von Fersensporn und Fersenschmerzen nach Anordnug und unter Kontrolle eines Arztes:


Entzündungshemmende Medikamente: Vorrangig NSAR (nicht steroidale Antiphlogistika), die entzündungshemmend, abschwellend und schmerzmindern wirken. Es handelt sich also nicht nur um eine Schmerzbetäubung, sondern auch um eine ursächliche Therapie. Die bekanntesten sind: Diclofenac und Ibuprofen. Häufigste Nebenwirkungen sind Störungen des Magen-Darmtraktes, in seltenen Fällen mit Blutungen.

Injektion von Corticoiden: Meist wird ein Gemisch aus Corticoiden und Lokalanästhetica in den schmerzhaften Bereich rund um den Fersensporn, injiziert. Die Injektion kann bei Bedarf zwei bis dreimal wiederholt werden.

Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT): Außerhalb des Körpers erzeugte Schallwellen werden über eine akustische Linse gebündelt und als Stosswelle auf die Schmerzstelle am Fersensporn des Patienten gerichtet. Die Impulse verursachen die Freisetzung von durchblutungs- und heilungsfördernden Stoffen. Der Fersensporn wird nicht zertrümmert sondern durch die freigesetzten Heilungsfaktoren wird die Entzündung und dadurch der Schmerz beseitigt. Die Erfolgsrate der Behandlung liegt bei ca. 70-80%.

Röntgen-Reizbestrahlung: Bei der Röntgenreizbestrahlung (Orthovolttherapie) handelt es sich um ein Therapieverfahren zur Behandlung von entzündlich/degenerativen Erkrankungen von Gelenken und Weichteilen.
Beispiele sind: der schmerzhafte Fersensporn, Reizzuständen der Achillessehne oder des Ellenbogens (sog. Tennisarm) und Verschleiß (Arthrose) im Bereich der Hände, z.B. der Daumensattelgelenke.

In ca. 70% der Fälle, wird eine dauerhafte Besserung der Beschwerden erreicht, auch wenn andere Therapieverfahren vorher versagt haben.

Operation als Ultima ratio: Operiert wird ein Fersensporn nur, wenn alle Maßnahmen erfolglos geblieben sind, und der Patient über einen weiteren Zeitraum von mindestens sechs Monaten Schmerzen beklagt. Der Fersensporn  wird über einen kleinen Schnitt abgemeißelt und ein schmaler Streifen der Sehne entnommen. Bei ungünstigem Heilverlauf kann das Narbengewebe, das sich nach einer OP bildet, erneut Beschwerden verursachen.

Fußprobleme die häufig mit Fersensporn und Fersenschmerz einhergehen:


Prognose

Die Prognose der Beschwerden bei Fersensporn ist gut. 80 - 90% der Patienten werden nach Wochen bis vielen Monaten beschwerdefrei oder zumindest deutlich gebessert.
Das Krankheitsbild des Fersensporn neigt zu Rezidiven. Auch nach erfolgreicher konservativer oder operativer Behandlung, können jederzeit wieder Beschwerden auftreten.

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Video mit Übungsanleitung zur Behandlung von Fersensporn und Fersenschmerzen:


 






 
 
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